Chronik des Wassersportverein Kolberg e.V.

erstellt aus Anlass seines 10 jährigem Bestehens

Vorwort

Vorgeschichte

Vorbereitung zur Gründung eines Vereins

Gründung und Konsolidierung des WSV Kolberg e.V.

Erste Maßnahmen zur Sanierung des Bootshafens

Veränderungen an Bootshafen und Bootshaus zur Anpassung an sich ändernde Bedingungen

Zweite Maßnahmen zur Sanierung des Bootshafens

Charakter und Entwicklung des Vereins

Vorwort

Im Jahr 2001 war der Wassersportverein Kolberg e.V. im 10. Jahr seines Bestehens. Grund genug Rückschau auf die vielfältigen Ereignisse in diesen 10 Jahren zu halten. Letztendlich haben sich die Mitglieder mit ihren Leistungen eine gute Basis für die Erfüllung ihrer Wünsche in der Freizeit geschaffen und mit der Erneuerung der Stege und der Uferbefestigung des Bootshafens sowie dem Fassaden- und Innenanstrich des Bootshauses und dessen Dach-
sanierung zur Verschönerung des Ortes Kolberg beigetragen.

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Vorgeschichte

Nach 1945 bestand der Zugang zum Wolziger See auf der Kolberger Seite aus dem Badestrand, dem großen Hafen, auch als Stichkanal bezeichnet und dem jetzigen Bootshafen 1 in etwas kleinerer Form. Der Überlieferung nach (z.B. der Chronik von Frau Gertrud Rehder aus Kolberg) wurde der Hafen für eine Kolberger Ziegelei angelegt und für den Transport der Ziegel per Schiff in das sich rasch entwickelnde Berlin der Gründerzeit genutzt. Seit 1928 fuhren täglich Ausflugsdampfer von Berlin-Jannowitzbrücke über Neue Mühle bis zur Kolberger Anlegestelle. Diese Tradition der Weißen Flotte wurde in den 60ziger Jahren fortgesetzt. Die Dampfer fuhren von Berlin-Treptow (Elsenbrücke) nach Kolberg und legten im Stichkanal an. Der damalige Bootshafen 1 wurde zunächst nicht organisiert genutzt.
1958 fanden sich Interessenten am Wassersport, Kolberger Bürger und Erholungssuchende zusammen, um ein Bootshaus zu bauen und Bootsstege anzulegen. Der Gemeinderat stimmte zu, konnte aber keine Finanzierung übernehmen. 1959/60 wurde unter Leitung und Initiative von Herrn Axel Ebermann in Eigenleistung, mit teilweiser Vorfinanzierung (ohne Zinsen) durch die Interessenten das Bootshaus und Stege im Bootshafen 1 gebaut. Dabei wurden in mühevoller Arbeit Bruchsteine aus der Niederlehmer Kalksandsteinproduktion ausgelesen, verladen und transportiert und Holzbohlen von alten stillgelegten Lastkähnen abmontiert und für Dachstuhl und Stege verwendet. Damit waren erste Schritte für eine Nutzung des Sees für Erholungssuchende von Kolberger Seite her getan. Einige der Aktiven der ersten Stunde sind jetzt noch Mitglied in unserem Verein (Frau Eva Götze, Frau Waltraud Paul, Herr Siegfried Schupeta, Herr Christian Viecenz, Herr Werner Wunderlich).
1966 wurde der Bootshafen 1 nach hinten (Richtung Osten) erweitert und 1976 der Bootshafen 2 im Ufergebiet des Sees zwischen Bootshafen 1 und See angelegt. 1986 wurde die große Slipanlage im Stichkanal gebaut. Erforderlich wurden diese Arbeiten durch die verstärkte Ansiedlung von Betriebsferieneinrichtungen, Betriebskinderferienlagern und von privaten Erholungssuchenden auf den Kolberger Fluren. Die Arbeiten wurden durch das Aktiv Erholungswesen von Kolberger Bürgern getragen, die ein Interesse an der Entwicklung Kolbergs hatten. Finanziert wurden sie zum Teil durch Betriebe. Von den Gemeinden Kolberg und später Prieros gab es kaum Unterstützung.
Damit waren die Möglichkeiten zur Nutzung des Kolberger Seeufers für Sport und Erholung unter Beachtung von Natur und Umwelt weitgehend erschlossen. Die als Bootshafen 3 bezeichnete Anlegestelle für 5 größere Boote ist ein Rudiment einer Planung von ca. 100 Liegeplätzen. Eine Probeschachtung Anfang der 80ziger Jahre wurde 1989 zu diesen 5 Anlegestellen ausgebaut und nutzbar gemacht.

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Vorbereitung zur Gründung eines Vereins

Im Januar 1991 ergriff Herr Berthold Löper, Kolbergs erster Bürgermeister nach den politischen Veränderungen in der DDR, die Initiative zur Beseitigung des eingetretenen Vakuums in der Nutzung von Bootshaus und Bootshäfen. Er lud alle bisherigen privaten Nutzer der Bootsliegeplätze am 25. Januar 1991 zu einer Versammlung in die Gasstätte "Alten Dorfkrug" in Kolberg ein. 53 Privatpersonen und einige Betriebe folgten der Einladung. Der Bürgermeister informierte darüber, dass die bestehenden Verträge vom Gemeinderat gekündigt werden und schlug den Anwesenden zur Wahrung ihrer Interessen an Bootsliegeplätzen die Gründung eines Vereins vor. Betriebe waren von der weiteren Nutzung ausgeschlossen. Dabei galt die Vorgabe, der Bootshafen 1 wird dem Campingplatz Kolberg zugeschlagen, die Bootshäfen 2 und 3 dem zu gründenden Verein. Die Mehrzahl der Anwesenden stimmte dem Vorschlag zur Gründung eines Vereins zu. Mehrere Teilnehmer erklärten sich bereit, die Vorbereitung einer Gründungsversammlung zu übernehmen. Zu diesem Gründungskomitee gehörten Frau Sigrid Regel, und die Herren Hans-Dieter Bley, Herbert Busam, Walter Guha, Matthias Krause, Bernhard Lange, Peter Müller, Hans Noack, Helmut Pfau, Amadeus van Raemdonck und Werner Wunderlich.

Zwei wichtige Probleme waren zunächst in der Vorbereitung zu klären: Erstens die Eigentumsfrage für das Bootshafen- und Bootshausgelände und der Slipanlage vor dem Bootshaus. Zweitens musste zur Interessenwahrung der bisherigen privaten Nutzer an Bootsliegplätzen alle Namen und Adressen und die Bootsdaten erfasst werden. Für das Bootshaus und die Slipanlage war die Situation einigermaßen klar. Die Gemeindeverwaltung Kolberg wurde der Partner für einen Pachtvertrag, wenn auch die Eigentumsfragen für Grund und Boden noch nicht eindeutig geklärt waren. Für das Gelände des Bootshafens der im Uferbereich des Sees errichtet wurde, war die Zuständigkeit zunächst unklar und konnte bis zur Gründung des Vereins auch nicht geklärt werden.

Zur Erfassung der bisherigen Nutzer gab es die in den letzten Jahren der DDR im Auftrag der Gemeinde bei Frau Ebermann geführten Unterlagen für die Liegeplätze. Durch die Ereignisse 1989 und danach musste jedoch mit nicht gemeldeten Änderungen der Adressen und der Boote der bisherigen Liegeplatznutzer gerechnet werden. Also war bis zur Vereinsgründung und auch noch danach in mühevoller Arbeit zu klären, wie viel Bootsliegeplätze (Wasserliegeplätze, Bootshausliegeplätze) mit welchen Abmessungen benötigt werden.
Nach dem diese und noch weitere Fragen soweit wie möglich geklärt waren, u.a. Vorschläge für den Vorstand, Ausarbeitung des Entwurfs einer Satzung und von Ordnungen für drei Arbeitsausschüsse, lud das Gründungskomitee die bis dahin ermittelten vermutlichen Interessenten zur Gründungsversammlung ein.

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Gründung und Konsolidierung des Wassersportvereines Kolberg e.V.

Die Gründungsversammlung fand am 13.4.1991 um 16:00 Uhr in der Gaststätte "Alter Dorfkrug" in Kolberg statt. Es waren insgesamt 54 Interessenten erschienen, einige mit Auftrag für einen weiteren Interessenten. Die Anwesenden beschlossen die Gründung des Wassersportvereins Kolberg. Sie stimmten dem Entwurf der Satzung, den Entwürfen der Ordnungen für drei Arbeitsausschüsse und den für den Vorstand vorgeschlagenen Mitgliedern einstimmig zu.

Die ersten Vorstandsmitglieder waren:

Lange, Bernhard
Müller, Peter
Regel, Sigrid
Bley, Hans-Dieter
Guha, Walter
Pfau, Helmut
Wunderlich, Werner
Vorsitzender
Stellvertretender Vorsitzender
Geschäftsführerin
Ausschuss für Ökologie und Werterhaltung
Ausschuss für Finanzen
Besondere Aufgaben
Ausschuss für Anlagenbetreuung

Interessenten, die nicht teilnehmen konnten, hatten bereits vor dieser Versammlung den Wunsch nach Mitgliedschaft bekundet, so dass mit Belegdatum 13.04.1991 für 63 Mitglieder der Mitgliedsbeitrag auf das eingerichtete Vereinskonto überwiesen werden konnte. Bis Saisonbeginn kamen noch 7 Mitglieder dazu. Damit startete der Verein mit 70 Mitgliedern in die erste Saison. Bis zum Ende des Gründungsjahres wurden insgesamt 77 Mitglieder aufgenommen.
Mit den in dieser Versammlung erfassten zusätzlichen Daten konnte nun der tatsächliche Bedarf an Bootsliegeplätzen annähernd ermittelt und geplant werden.
Der Charakter des Vereins wurde und wird auch heute noch eindeutig durch die Weiterführung der bisherigen Liegeplatznutzung geprägt: Ausführung von Wassersport zur Erholung und Gesundheitsförderung unter Nutzung aller Arten von Booten (vom Paddelboot über Angelkahn bis zum Motor- bzw. Segelkajütboot). Ohne Training und Wettkampfbetrieb.

Die Folgezeit stellte an den gewählten Vorstand hohe Anforderungen bei den ersten Schritten zur Konsolidierung des Vereins.

  • Die erforderlichen Genehmigungsverfahren für den Verein, für die Nutzung des Bootshafens und des Bootshauses mussten unter Berücksichtigung völlig neuer Verwaltungsstrukturen und neuer Eigentumsformen eingeleitet werden (wobei diese Strukturen z.T. selbst vor neuen Aufgaben standen).
    Ergebnisse dieser Arbeiten:

    • Die Registrierung des Vereins beim Kreisgericht unter VR 293
    • Die "Strom- und schifffahrtpolizeiliche Genehmigung Nr. 212" vom WSA Berlin (Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin) für die baulichen Veränderungen und das Betreiben der Anlagen
    • Die "Wasserrechtliche Genehmigung 67.3.-70-40-001/27" von der Unteren Wasserbehörde beim Umweltamt des Landkreises Dahme-Spreewald für das Betreiben des Bootshafens
    • Ein Nutzungs- und Pachtvertrag mit dem WSA für den Bootshafen 2
    • Ein Nutzungs- und Pachtvertrag mit der Gemeinde Kolberg für das Grundstück des Bootshauses

    Hierbei leistete der Vorsitzende des Vereins eine besonders umfangreiche und qualifizierte Arbeit

  • Die ermittelten Nutzer von Bootshausliegeplätzen, die weiterhin einen Liegeplatz belegen wollten, mussten entsprechend ihren Bootsarten und Bootsgrößen untergebracht werden. Bei den Wasserliegeplätzen traten dabei besondere Probleme auf. Die bisherigen privaten Nutzer waren bis 1990 auf die beiden Bootshäfen 1 und 2 aufgeteilt. Sie mussten alle in den 61 Liegeplätzen des Bootshafens 2 untergebracht werden. Dabei hatte fast jeder Liegeplatz in diesem Hafen andere Abmessungen. Da außerdem die angegebenen Bootsabmessungen oft nicht korrekt waren, bedurfte die Planung der Zuweisung der Wasserliegeplätze besondere Beachtung. Mit nur 2 nachträglichen Korrekturen konnten die zu erwartenden Fehlbelegungen zufriedenstellend begrenzt werden.
  • Eine weitere für den Start wichtige Aufgabe war die Erfassung aller benötigten Personen- und Bootsdaten in einer einfach auswertbaren Datenbank. Dafür bot sich der Einsatz eines Computers mit geeigneter Software an. Es wurde ein spezielles Programm entwickelt, das alle erforderlichen Daten entsprechend aufbereitet zur Verfügung stellt. Um die Kosten zu minimieren, wurde dies auf einem privaten Computer mit vorhandener Software realisiert.
  • Die letzen beiden Aufgaben fallen in die Zuständigkeit des Arbeitsausschusses für Anlagenbetreuung und wurden von dessen Vorsitzenden mit viel persönlichen Einsatz erfolgreich bewältigt. An der Ersterfassung der Personendaten war der Vorsitzende des Ausschusses Finanzen maßgeblich beteiligt.

  • Eine wesentliche Aufgabe für jede Organisation ist die Finanzierung aller notwendigen Aktivitäten. Die allgemeine Finanzierung, wie Pachten und andere konstante Kosten, aber besonders die bereits zu diesem Zeitpunkt anstehenden Finanzierungsobjekte, wie die geforderte Rekonstruktion der Steganlagen, erforderten eine sorgfältige Kalkulation für die Festlegung der Höhe von Mitgliedsbeitrag, Liegeplatzumlagen und Aufnahmegebühr. Dabei galt als allgemeine Vorgabe, die finanziellen Belastungen für die Mitglieder so gering wie möglich zu halten. Für die Durchführung der Rekonstruktion wurden Kostenvoranschläge eingeholt.
    Diese Aufgabe des Ausschusses für Finanzen wurde von dessen Vorsitzenden vorbildlich gelöst.
  • All diese Aufgaben einschließlich der Information der Mitglieder erforderten einen umfangreichen Schriftverkehr, der vornehmlich von der Geschäftsführerin in zeitaufwendiger Kleinarbeit mit großem Einsatz und Sachkenntnis durchgeführt wurde.

Der Ausgangspunkt für alle weiteren Arbeiten war zunächst die Finanzierung des Vereins. Wichtige Grundlage dafür war die Anerkennung der Gemeinnützigkeit und damit der Steuerbefreiung durch das Finanzamt. Auf der Grundlage der vom Vorsitzenden des Ausschusses für Finanzen vorgelegten Kalkulation wurden vom Vorstand zunächst folgende Beiträge für die einzelnen Positionen festgelegt:

Mitgliedsbeitrag
Liegeplatz-Umlagen
Wasserliegeplatz Bootshafen 2
Wasserliegeplatz Bootshafen 3
Bootshausliegeplatz
Aufnahmegebühr
  20,00 DM

  150,00 DM und 220,00 DM
  300,00 DM
  80,00 DM und 220,00 DM
  500,00 DM fällig nach Liegeplatzzuweisung

Mit diesen ersten Schritten war die Grundlage für eine weitere Nutzung der vorhandenen Bootsliegeplätze geschaffen. Anfang Mai 1991 konnte den Gründungsmitgliedern, die einen Antrag stellten, entsprechende Bootsliegeplätze zur Nutzung zugewiesen werden.

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Erste Maßnahmen zur Sanierung des Bootshafens (Erneuerung der Steganlage)

Die vom Verein mit Pachtvertrag übernommenen Einrichtungen waren für die neuen Nutzungsbedingungen bezüglich Anzahl und Abmessungen nicht optimal und sie waren zu einem großen Teil in einem reparaturbedürftigen Zustand. Eine der ersten Maßnahmen war die Einzäunung des Vereinsgeländes, um von vornherein ein Mindestmaß an Ordnung und Sicherheit zu erreichen. Mit der 1992 erteilten Strom- und schifffahrtspolizeilichen Genehmigung durch das WSA für Bootshafen 2 und 3 wurde den Vertretern dieses Amtes die Forderung verbunden, dass umgehend die Steganlagen des Bootshafens 2 und die Festmacher im Bootshafen 3 erneuert werden.
Die Forderung nach einer umweltfreundlichen Uferbefestigung wurde auf Grund von Gutachten und der Tatsache, dass die Schwellen bereits 16 Jahre im Wasser lagen, fallen gelassen. Evtl. noch vorhandene Bedenken sind mit der vom WSA und der unteren Wasserbehörde des Landkreises genehmigten, dem derzeitigen Standard entsprechenden Erneuerungen der Uferbefestigung im Jahre 2000 endgültig ausgeräumt.
Für die Rekonstruktion der Bootssteganlagen arbeitete der Ausschuss für Anlagenbetreuung eine Vorlage für die erforderliche Anzahl, Größe und Anordnung der Liegeplätze aus, die vom Vorstand bestätigt wurde. Aus der ermittelten Anzahl und Größe der Boote der Liegeplatznutzer ergab sich folgender Bedarf an Wasserliegeplätzen: 23 große Liegeplätze (Länge 6,50 m, Breite 2,30 m) und 33 kleine Liegeplätze (Länge 5,50 m, Breite 1,80 m) verteilt auf eine nutzbare Uferlänge von 120 m. Auf der Grundlage dieses Bedarfs wurde vom Vorstand eine Projektplanung für die Steganlagen bei einem Ingenieurbüro in Auftrag gegeben. Sie war erforderlich für die Genehmigung durch das WSA.
Besondere Beachtung musste die Finanzierung des Vorhabens finden. Aus Katalogen von einschlägigen Firmen waren Preise in der Größenordnung von 80 TDM bis 100 TDM zu entnehmen. Eine Summe, die vom Verein ohne Kreditverschuldung nicht aufgebracht werden konnte. Es mussten besondere Wege zur Einsparung von Kosten bei der Materialbesorgung und der Realisierung der Stegerneuerung gesucht und gefunden werden. Hierbei kommen dem damaligen Vorsitzenden Herrn Lange besondere Verdienste zu. Die Fischer der Kolberger Fischereigenossenschaft wurden für das Einschwemmen der verzinkten 4 m bzw. 6 m langen 3"-Eisenrohre für die Stegmontage und die Festmacher gewonnen. Die Vorrichtungen zur Montage der Bohlen auf den Rohren wurden von Mitgliedern des Vereins angefertigt und die Montage der Stegbohlen von denselben selbst ausgeführt. Hierbei bewährte sich die allen Mitgliedern auferlegte Arbeitsleistung von 5 Stunden pro Jahr und die Einsatzfreudigkeit vieler Mitglieder.

Die oben genannte Version der Stegerneuerung durch Einschwemmen der Pfähle kostete dem Verein rund 22 TDM. Dabei wurde von vornherein ein Kompromiss zwischen Kostenaufwand und Maßgenauigkeit beim Einschwemmen der Pfähle einbezogen. Durch Inhomogenitäten des Untergrundes (z.B. Wurzeln) lassen sich die Pfähle nicht "cm"-genau positionieren. Die Höhe der Einsparungen rechtfertigten aber die Abstriche in der Optik und den erforderlichen Mehraufwand bei der Liegeplatzzuweisung. Zum Anfang der Saison 1993 (Mitte Mai) konnten die neuen Wasserliegeplätze den Nutzern zugewiesen werden.
Diese Erneuerung der Steganlagen im Bootshafen 1 und der Festmacher im Bootshafen 3 war die erste größere Bewährungsprobe für den Verein. Bis hierher wurden die Arbeiten fas ausschließlich vom Vorstand geleistet bzw. organisiert. Ab diesem Entwicklungsstand waren die Mitglieder in die notwendigen Arbeiten einbezogen. Sie brachten entsprechend ihren Möglichkeiten ihr Wissen, ihre Ideen und ihre Arbeitsleistungen ein. Ohne diese wäre der heute erreichte Stand nicht möglich gewesen.
Am Bootshaus wurde 1993 als erste und dringende Maßnahme unter Leitung des Vereinsmitglieds Jatz die Dacheindeckung erneuert.

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Veränderungen an Bootshafen und Bootshaus zur Anpassung an sich ändernde Bedingungen

1994 wurde dem Wassersportverein Kolberg e.V. vom WSA die Genehmigung für den Bootshafen 3 zu Gunsten der Interessengemeinschaft Axel Ebermann gekündigt. 3 Mitgliedern musste daraufhin die Liegeplatzzuweisung gekündigt werden, 1 Mitglied konnte in den Bootshafen 2 übernommen werden.

1993/94 entwickelte sich ein Bedarf für Landliegeplätze auf dem Bootshafengelände als Winterliegeplatz für kleinere Boote. Der Vorstand entschied sich für den Bau von 7 Landliegeplätzen für Boote mit Abmessungen bis zu 5,00 m Länge und 1,80 m Breite. Die Realisierung erfolgte durch Mitglieder im Arbeitseinsatz Herbst 1995. Diese Liegeplätze wurden in der Folgezeit meist als Winterlager ständig genutzt.

Bereits 1992/93 kündigte sich ein Trend zu größeren Booten an. Weg vom einfachen Angelkahn, hin zum modernen Motor- bzw. Segelboot. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anzahl der Mitglieder und der vorhandenen  und belegten Wasserliegeplätze im Bootshafen 2.

Jahreszahl 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000
Anzahl der Mitglieder 77 74 72 66 64 63 60 65 67 65
vorhandene Wasserliegeplätze 61 61 56 56 51 51 51 51 50 50
belegte Wasserliegeplätze 58 56 56 49 47 48 41 47 47 50

Die abnehmende Mitgliederzahl, verbunden mit freiwerdenden Wasserliegeplätzen, ergab die Möglichkeit der Tendenz zu größeren Booten Rechnung zu tragen. Wobei die maximale Länge der Boote begrenzt wird durch die Breite des Bootshafens. Der freie Abstand zwischen den Liegeplätzen des Nord- und denen des Südufers soll wenigstens das 1,5-fache der Länge der Boote betragen, damit ein sicheres Manövrieren bei Aus- und Einfahrt zum Liegeplatz möglich ist. Bei einer Bootshafenbreite von 21 m ergibt dies eine maximale Bootslänge von 6 m. Die maximale Liegeplatzbreite und damit die maximale Bootsbreite wurde in erster Linie durch die Anzahl der vorhandenen Boote, deren Breite und der zur Verfügung stehenden Uferlänge bestimmt. Die bei der ersten Projektierung angewendete Gruppierung der Bootsbreiten in Boote bis 2 m Breite und Boote bis zu 1,60 m Breite wurde beibehalten. Geringe Abweichungen nach oben sind dabei möglich. Das Ergebnis unter Berücksichtigung dieser Bedingungen sind 25 Bootsstege (22 lange und 3 kurze Stege) mit 51 Liegeplätzen, davon 43 große Stegliegeplätze (vorher 23), 6 kleine Stegliegeplätze und 2 kleine Uferliegeplätze (vorher 33). Diese erforderlichen Änderungen wurden vom Vorstand 1994 projektiert, vom WSA genehmigt und von den Mitgliedern und der Fischereigenossenschaft im Frühjahr 1995 realisiert. Kostenaufwand ca. 5 TDM. Pünktlich zu Saisonbeginn 1995 wurden den Mitgliedern die neuen Liegeplätze im Bootshafen 2 zugewiesen.

Das Bootshaus war für die Aufnahme von 6 Faltbooten (Wandgestell rechts) und als Winterlager für Motor- und Ruderboote errichtet worden. Bei der Übernahme des Bootshauses durch den Verein war das Wandgestell mit 5 Booten belegt. Der freie Raum für die Lagerung größerer Boote auf dem Fußboden war mit 3 Privatbooten belegt. Der Vorstand beschloss, die nach Rückgabe frei werdenden Bodenliegeplätze nicht wieder zu belegen. Zwei dieser Plätze wurden bis 1993 leer.  Die an der Außenwand sehr unqualifiziert montierten spindförmigen Schränke für die Aufnahme von Zubehör wurden demontiert. Um den Bedarf an Bootshausliegeplätzen für Faltboote und Surfbretter zu decken, wurden zunächst provisorische Gestelle eingebaut. Diese wurden 1995 nochmals überarbeitet, so das jetzt 9 Paddelboot-, 6 Surfbrett- und 3 Zubehörliegeplätze zur Verfügung stehen. Für eine gesicherte und geordnete Unterbringung von Arbeitsgeräten und Werkzeug wurde eine abschließbare Kammer in das Bootshaus eingebaut. Das Vereinsmitglied Nulsch übernahm den Innen- und Außenanstrich der Wände des Bootshauses.

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Zweite Maßnahme zur Sanierung des Bootshafens

Nachdem die Stege erneuert und Größe und Anzahl der Liegeplätze den neuen Anforderungen angepasst waren, stand die Erneuerung der Uferbefestigung zur Diskussion. Nach 24 Jahren Standzeit waren die Eisenbahnschwellen an vielen Stellen des Ufers bereits so morsch, dass sie sich auflösten bzw. ihre Lage änderten. Auf Vorschlag des Vorstandes beschloss die Mitgliederversammlung im März 1999 die Erneuerung der Uferbefestigung im Bootshafen 2. Zur  Finanzierung dieser Maßnahme wurde eine zusätzliche Umlage von 600 DM für jedes Mitglied mit einem oder mehreren Bootsliegeplätzen beschlossen, zahlbar in zwei Jahresraten. In Vorbereitung dieses Beschlusses holte der Vorstand Kostenvoranschläge von 4 einschlägigen Firmen ein. Der Auftrag wurde an die Firma Ring aus Storkow vergeben. Sie lag in den Kosten am günstigsten, beanspruchte keine Bereitstellung von Personen für Hilfsarbeiten und bot die Verwendung von Lärchenholz (doppelte Standzeit). Das WSA genehmigte die geplante Variante dieser Firma. Die Realisierung erfolgte im Frühjahr 2000. Die erforderliche Demontage der Stege (Herbst 1999) und die Montage derselben nach der Erneuerung der Uferbefestigung (Frühjahr 2000) wurde in Arbeitseinsätzen von den Mitgliedern durchgeführt.

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Charakter und Entwicklung des Vereins

Die vorstehend geschilderten Aktivitäten sind letztlich nur Mittel zum Zweck. Wie bereits schon angeführt, ging es zunächst um die Wahrung von Interessen (Bestandserhaltung) langjähriger Nutzer von Bootsliegeplätzen am Kolberger Ufer des Wolziger Sees. Durch diese wurde auch der Charakter des Vereins zunächst geprägt: Aktivitäten auf dem Wasser mit Sportbooten der unterschiedlichsten Art. Also sportliche Erholung, aber nicht organisiert. Kein Training und kein Wettkampfbetrieb. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Davon ist auch die Altersstruktur geprägt. Für einen im sportlichen Wettkampfgeschehen aktiven Verein würde man sagen "total überaltert". Zwei Jahre war unser Verein Mitglied des Landessportbundes. Wegen fehlendem Wettkampfbetrieb in unserem Verein war eine Weiterführung  dieser Mitgliedschaft nicht zweckmäßig. Der Verein hat sich im Laufe der Jahre mit Ab- und Zugang der Mitglieder um 43 % erneuert. Die Altersstruktur ist annähernd gleich geblieben. An der Größe der Boote kann man etwa abschätzen, dass die soziale Zusammensetzung bis maximal zum Mittelstand geht. Die "Vereins-Flottille" besteht z.Z. aus

32 Motorbooten mit 2 ... 90 PS Antriebsleistung
7 Segelbooten mit Segelflächen zwischen 10 und 20 m
2
9 Ruderbooten (meist Typ "Anka") zum Teil mit Außenbordmotoren und
5 Paddelbooten

So wie bei den Mitgliedern hat es auch im Vorstand Veränderungen gegeben. Die Vorstandsmitglieder Hans-Dieter Bley und Peter Müller schieden bereits in den ersten Jahren auf eigenen Wunsch aus Vorstand und Verein aus. Dafür wurden die Mitglieder Rolf Reinsch und Siegfried Schupeta in den Vorstand gewählt. 1997 schied der Vorsitzende Bernhard Lange wegen Wohnortwechsel aus. Von der Mitgliederversammlung wurde das Mitglied Uwe Noack  als neuer Vorsitzender gewählt.
Durch den fehlenden Wettkampfbetrieb und der einfachen Vereinsanlagen (ohne soziale Einrichtungen) ist die Entwicklung eines Vereinslebens nur bedingt möglich. Die aus finanziellen Erwägungen ins Leben gerufenen jährlichen Arbeitseinsätze hatten und haben als zweites erfreuliches Ergebnis, dass die Mitglieder sich kennen lernen und sich ein Gefühl der Gemeinsamkeit entwickelt. Die Einführung der Vereinsabende, ein geselliges Beisammensein der Mitglieder unter freiem Himmel vor dem Bootshaus mit Musik und Tanz, jeweils im Frühjahr und im Herbst am Tage des Arbeitseinsatzes sollen die Entwicklung unterstützen. Erfreuliche Nebeneffekte sind dabei die Teilnahme von Gästen vom Campingplatz und von der Gemeinde Kolberg und damit neue Kontakte.
Mit der Sanierung des Bootshafens, des Geländes am Bootshafen und des Bootshauses hat der Verein auch zur Verschönerung der Gemeinde Kolberg beigetragen.

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